Dein Pferd frisst zu schnell? Das passiert mit der Verdauung

Pferde, die zu schnell fressen, haben ein höheres Kolikrisiko. Erfahre wie Slowfeeding hilft und was einen HayPlay Bag von einem gewöhnlichen Heunetz unterscheidet.

Dein Pferd frisst zu schnell? Das passiert mit der Verdauung

Lesezeit: ca. 5 Minuten | Kategorie: Pferdegesundheit & Fütterung

Gerade jetzt, wenn viele Pferde wieder auf die Weide wechseln, ist eine ruhige und gleichmäßige Raufutteraufnahme besonders wichtig. Denn auch in der Weidesaison gilt: Der Pferdemagen ist nicht für lange Fresspausen gemacht.

 

Warum Pferde von Natur aus langsam fressen

In der Wildnis legen Pferde täglich 16 bis 20 Stunden zurück und fressen dabei kontinuierlich kleine Mengen Gras. Der Verdauungstrakt ist genau für dieses Muster gemacht: Der Magen produziert ununterbrochen Magensäure - auch wenn kein Futter vorhanden ist. Bei einem Pferd, das den ganzen Tag grast, wird diese Saure durch das Futter und den beim Kauen produzierten Speichel nahezu sofort neutralisiert.

Moderne Stallhaltung sieht anders aus. Pferde bekommen Heu in Portionen - und bei einem Pferd, das schnell frisst, bedeutet das: eine begrenzte Zeit fressen, und dann warten bis zum nächsten Futtermoment. In dieser Zeit ist kein oder kaum Raufutter vorhanden, aber der Magen ist weiterhin aktiv.

 

Warum der Übergang zur Weide das verstärkt

Der Wechsel vom Paddock auf die Weide ist eine der einschneidendsten Perioden für die Verdauung eines Pferdes. Das Futter ändert sich drastisch: von trockenem Heu zu frischem, zuckerreichem Gras. In dieser Zeit braucht dein Pferd vor allem eines: Ruhe im System - einen möglichst gleichmäßigen Fressrhythmus, ohne grobe Schwankungen.

Ein Pferd, das bereits daran gewohnt ist, schnell zu fressen und lange Pausen ohne Raufutter zu überbrücken, startet schlechter in diese Übergangsphase. Die Verdauung ist weniger aktiv und die Darmflora weniger widerstandsfähig. Gerade jetzt, in dieser Umstellungsphase, merkt man den Unterschied schnell.

Was schief läuft - und woran du es erkennst

Viele Pferdebesitzer kennen das: Heu hingestellt, kurz darauf ist alles aufgefressen. Danach folgen oft mehrere Stunden ohne Raufutter. Genau das kann den empfindlichen Verdauungstrakt belasten. Untersuchungen zu Equine Gastric Ulcer Syndrome (EGUS) zeigen, dass lange Pausen ohne Raufutter ein bekannter Risikofaktor für Magenprobleme bei Pferden sind (Luthersson et al., 2009; Galinelli et al., 2021).

Schnelles Fressen ist mehr als eine lästige Gewohnheit - es hat direkte Folgen:

  • ● Zu wenig Speichel - beim schnellen Fressen kaut das Pferd weniger, wodurch weniger Speichel produziert wird. Speichel puffert Magensäure und unterstützt die Verdauung.
  • ● Magenreizungen und Magengeschwüre - ein leerer Magen mit viel Säure ist ein Risikofaktor, besonders bei Pferden, die strukturell zu schnell fressen.
  • ● Gestörte Darmfunktion - grobe Futtermengen auf einmal belasten die Darmflora und erhöhen das Kolikrisiko.
  • ● Langeweile und Stress - ein Pferd, das in zwanzig Minuten fertig ist, hat danach nichts zu tun. Das führt zu Stereotypien wie Koppen, Weben oder ständigem Hin- und Herlaufen.
  • ● Heuverschwendung - beim schnellen Fressen zieht das Pferd Heu heraus, tritt darauf und das Heu wird schmutzig oder nass. Im Durchschnitt landet so 20% vom Heu auf dem Boden.

 

Hier sind einige Signale, die du als Pferdebesitzer erkennen kannst:

  • ● Heu ist innerhalb von 30 bis 45 Minuten aufgefressen, obwohl es für mehrere Stunden gedacht war
  • ● Viel Heu auf dem Boden rund um die Futterstelle
  • ● Unruhiges Verhalten nachdem das Heu gefressen ist
  • ● Regelmäßig wiederkehrende Magenprobleme oder Verdauungsstörungen

 

Slowfeeding: Das Prinzip und wie es funktioniert

Slowfeeding ist eine Fütterungsmethode, die dem natürlichen Bedürfnis des Pferdes entspricht. Indem die Geschwindigkeit, mit der ein Pferd Heu aufnehmen kann, begrenzt wird, entsteht ein Fressrhythmus der seinem Naturell entspricht: langsam, kontinuierlich und mit viel Kauen. Das Ergebnis ist mehr Speichelproduktion, bessere Magensäurepufferung, längere Beschäftigung und weniger Verschwendung.

Ein klassisches Heunetz ist ein Schritt in die richtige Richtung - hat aber einen grundlegenden Nachteil: das Heu fällt von allen Seiten heraus. Besonders bei Pferden, die aktiv ziehen und schütteln, landet ein großer Teil des Heus trotzdem auf dem Boden - schmutzig, nass und nicht mehr verwertbar.

Ein geschlossener Slowfeeder funktioniert anders. Das Heu bleibt im Beutel und kann nicht herausgeschüttelt oder herausgezogen werden. Das Pferd entnimmt es durch die Öffnungen - aktiv, mit Lippen und Zähnen - genau so, wie es von Natur aus grast. Das Heu bleibt sauber, geht weniger verloren - und dein Pferd frisst ruhiger und länger. Genau das, was der Magen braucht. Pferde, die so fressen, sind länger beschäftigt, kauen mehr und kommen ruhiger an ihre tägliche Raufuttermenge. Eine HayPlay Bag lässt sich flexibel befestigen - am Paddockzaun, an der Stallwand oder im Anhanger - genau dort, wo dein Pferd sie braucht.

 

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Stunden am Tag sollte ein Pferd idealerweise fressen?
Kann schnelles Fressen wirklich Kolik verursachen?
Mein Pferd frisst schnell, hat aber keine Beschwerden - sollte ich mir Sorgen machen?
Wie lange dauert es bis Slowfeeding eine Wirkung zeigt?
Funktioniert ein Slowfeeder auch für Pferde, die draußen stehen?
Was ist besser: ein Heunetz oder ein Slowfeeder?
Was wenn mein Pferd sehr temperamentvoll ist und den Slowfeeder beschädigt?

Autor

Horse Originals - DaKo Fotografie (Webformaat) 08

Mark Derwig

Founder of Horse Originals, driven by one mission: improving equine welfare through smart, functional solutions. Created the HayPlay Bag out of love for horses and hands-on experience.

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